Verfahrenstechnik der Kläranlage Baiersdorf

Als Verfahrenstechnik bezeichnet man allgemein die ingenieurwissenschaftliche Disziplin, die sich mit der technischen Realisierung von Verfahren befasst, mit der Stoffe nach Art, Eigenschaft und Zusammensetzung verändert werden können. Auch die Lehre der technischen Stoffumwandlung wird als Verfahrenstechnik bezeichnet. Klassisch wird die Verfahrenstechnik in biologische, chemische, mechanische und thermische Verfahren aufgeteilt.

Für die mechanisch biologische und chemische Abwasserbehandlung in der Verbandskläranlage des AGV wurde das Belebungsverfahren mit abschließender Schlammstabilisierung im Faulbehälter gewählt. Die Entfernung von Stickstoff und Phosphorverbindungen erfolgt dabei überwiegend auf biologischem Wege. Über die weitergehende Phosphorelimination und die Sicherstellung der Phosphorablaufwerte wird zusätzlich eine Fäulmittelstation betrieben.


Das Regenüberlaufbecken

Um den hohen Mischwasserzufluss abzupuffern und ggf. zwischenspeichern zu können, ist der Kläranlage ein Stauraumkanal sowie ein Regenüberlaufbecken vorgeschaltet. Über den Zulauf mit Einlaufhebewerk, der Rechenanlage, dem Sand-/Fettfang, dem Belebungsbecken, der Nachklärung und das Ablaufbauwerk gelangt das gereinigte Abwasser in die Regnitz.

Die Kläranlage in Baiersdorf ist für 25 000 Einwohnerwerte ausgebaut und wurde so konzipiert, dass sie heutigen Anforderungen an den Gewässerschutz mit Einhaltung der Ablaufwerte für

  • BSB 5 (= 15 mg/l - Maßzahl für die Menge an im Wasser gelöstem Sauerstoff, der zum biologischen Abbau gelöster organischer Verbindungen im Abwasser benötigt wird)
  • CSB (= 60 mg/l - Maß für die Summe aller organischen Verbindungen im Wasser, einschließlich der schwer abbaubaren)
  • Nitrifikation (= 16 mg/l - Umsetzung von Ammoniak bzw. Ammonium zu Nitrat. Sie wird in natürlichen Gewässern und bei der biologischen Abwasserreinigung von Nitrifikanten durchgeführt; ein hoher Sauerstoffbedarf, der extern zugeführt werden muss, ist dazu nötig)
  • Denitrifikation (= 9 mg/l - Abbau von Nitrat zu molekularem Stickstoff durch spezielle Mikroorganismen (Denitrifikanten))
  • Phosphatelimination (= 1,5 mg/l - Entfernung von Phosphat aus dem Abwasser)
  • abfiltrierbare Stoffe

sicher mit den geforderten Kapazitätsressourcen erfüllt.

Für weiteren Zuwachs sind Platzreserven vorhanden. Die gesamte Kläranlage kann auf 33.000 Einwohnerwerte durch den Bau eines dritten Belebungs- und Nachklärbeckens erweitert werden.