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Hinweise zur Versickerung von Niederschlagwasser

Für das Einleiten von gesammeltem Niederschlagwasser in das Grundwasser (§ 3 Abs. 1 Nr. 5 WHG) ist eine Erlaubnis vorbehaltlich § 2 nicht erforderlich, wenn das Niederschlagwasser

Erlaubnisfrei zu versickerndes, gesammeltes Niederschlagwasser ist in Versickerungsanlagen flächenhaft über eine geeignete, bewachsene Oberbodenschicht mit einer Mächtigkeit von mind. 20 cm in das Grundwasser einzuleiten. Ist eine weitflächige Versickerung nicht möglich, so kann das Regenwasser nach Vorreinigung (über eine Absetzeinrichtung oder Bodenfilter) auch über andere Versickerungsanlagen, insbesondere über Rigolen, Sickerblöcke, Sickerrohre oder Sickerschächte in den Untergrund versickert werden, soweit der Untergrund versickerungsfähig ist.

Für den Bau und die Bemessung von Anlagen zur dezentralen Versickerung von unverschmutztem Niederschlagwasser ist das Arbeitsblatt DWA 138 „Planung, Bau und Betrieb von Anlagen zur Versickerung von Niederschlagwasser" maßgebend.

Für die plankonforme Errichtung und den ordnungsgemäßen Betrieb der Sickeranlagen sind der Grundstückseigentümer bzw. der Bauherr und sein Planer verantwortlich. Dabei ist die Anlage mindestens 2 x jährlich zu kontrollieren. Hierbei sind größere Stoffanreicherungen, z. B. Laub im Herbst, zu entfernen.

Die Risiken der Versickerung tragen der Grundstückseigentümer bzw. der Bauherr und sein Planer.

Wasserrechtliche Erlaubnis

Ob ein Bauvorhaben die Anforderungen der NWFreiV zur erlaubnisfreien Versickerung erfüllt oder ob eine wasserrechtliche Behandlung des Bauvorhabens notwendig ist, wird von der Stadt bzw. von den Gemeinden geprüft.

Auch in Gewerbe- und Sondergebieten soll das Regenwasser möglichst versickert werden, soweit es unbelastet ist und die Versickerung schadlos möglich ist. In diesen Fällen sind eine wasserrechtliche Erlaubnis und eine fachliche Zustimmung des Wasserwirtschaftsamtes erforderlich. Diese ist ebenfalls gesondert zu beantragen.

Grundstücksentwässerung

Informationen des AGV zur Planung und Herstellung von Grundstücksentwässerungs- und Versickerungsanlagen

Planer, Bauherren und ausführende Baufirmen müssen bei der Planung und Herstellung der Grundstücksentwässerungsanlage die derzeit gültigen EN- und DIN-Normen, sowie die allgemein anerkannten Regeln der Technik berücksichtigen.

Der AGV gibt Ihnen hier (Dokument downloaden) Anregungen und Hinweise zur Planung und Herstellung eines Grundstücksanschlusses. Es handelt sich dabei nicht um eine vollständige Anleitung, sondern um eine stichpunkthaltige Vorgehensweise zur Überprüfung der vorgesehenen Planung. Damit sollen Fehler und möglicher Ärger beim Betrieb durch den Eigentümer bzw. bei der Abnahme der Anlage durch die zuständigen Gemeindeorgane vermieden werden.

Bei weiteren Fragen berät Sie Ihr beauftragtes Planungsbüro oder ein Fachbetrieb der Sanitärtechnik.