Was ist Abwasser

Das Gesetz über Abgaben für das Einleiten von Abwasser in Gewässer (Abwasserabgabengesetz - AbwAG) definiert Abwasser als das „durch häuslichen, gewerblichen, landwirtschaftlichen oder sonstigen Gebrauch in seinen Eigenschaften veränderte und das bei Trockenwetter damit zusammen abfließende Wasser (Schmutzwasser) sowie das von Niederschlägen aus dem Bereich von bebauten oder befestigten Flächen abfließende und gesammelte Wasser (Niederschlagwasser)". Kurz gesagt ist Abwasser verunreinigtes Nutzwasser und das von Dächern, aus Höfen, von Straßen oder Plätzen abfließende Niederschlagwasser sowie das Kühlwasser der Industrie. Im kommunalen Bereich besteht das anfallende Abwasser insgesamt zu etwa je einem Drittel aus Niederschlagwasser, häuslichem Abwasser und kleingewerblichem/industriellem Abwasser.

Häusliches Abwasser enthält Fäkalien sowie unterschiedliche Stoffe, die im Badewasser, dem Wasch- und Spülwasser oder dem Abwasch- und Putzwasser vorhanden sind, wie z.B. Seife, Waschmittel oder Lebensmittelreste. Pro Einwohner und Tag werden in Deutschland ca. 120 l Abwasser produziert. Da häusliches und gewerbliches Abwasser viele verschiedene Verunreinigungen enthalten kann, wird es in kommunales Abwasser und Industrieabwasser unterteilt, sowie nach Belastungs- und Schadstoffgruppen unterschieden, je nachdem, ob es gelöste und ungelöste Stoffe, leicht abbaubare organische Stoffe, schwer abbaubare organische Stoffe, Pflanzennährstoffe, Schwermetallverbindungen oder Salze enthält. Um die Gewässer zu schützen, müssen diese Schadstoffe durch Behandlung des Abwassers und andere Maßnahmen weitestgehend reduziert werden.

Niederschlagwasser gilt als die reinste in der Natur vorkommende Form des Wassers und wird entweder in die Kanalisation, in oberirdische Gewässer (fließende oder stehende Gewässer wie Bäche, Flüsse, Seen, Teiche etc.), in Küstengewässer oder in das Grundwasser geleitet.